Zwischen Tradition und Euphorie – eine jüdische Hochzeit

 

In jeder Kultur ist eine Heirat ein besonderes Ereignis, das mit vielen verschiedenen Bräuchen verknüpft ist. Für eine so alte wie die jüdische gilt das in einem noch stärkeren Maße, zumal hier die Ehe als ein unverzichtbarer Bestandteil im Leben jedes Menschen betrachtet wird. Die Zeremonie selber ist entsprechend der hohen Bedeutung, die einer Hochzeit im jüdischen Glauben beigemessen wird, streng geregelt – umso ausgelassener wird allerdings hinterher das Bratpaar und der Beginn des neuen Lebensabschnittes als vollwertige Mitglieder der Gemeinde gefeiert. Bei einer traditionellen Hochzeit müssen viele Rituale beachtet werden – das beginnt schon mit dem Datum. Der Samstag ist selbstverständlich streng tabu, denn am Sabbat soll der Mensch ruhen, der Dienstag wird hingegen bevorzugt, denn über diesen Tag steht in der Schöpfungsgeschichte geschrieben: “Und der Herr sah, dass es gut ist.” Ein Gelingen, das auch auf das junge Ehepaar übergehen soll.Wir freuen uns immer, wenn wir die Gelegenheit bekommen, eine jüdische Hochzeit zu filmen. Die Kombination aus streng geregelten, zeremoniellen Abläufen und ausgelassener Freude vonseiten der Gäste und des Brautpaares machen diese immer wieder zu einem eindrucksvollen Erlebnis, das Tradition und Individualität in beispielhafter Weise miteinander verbindet. Auch für das Hochzeitsvideo ist das wichtig – wir wissen genau, auf welche Szenen wir bei einer solchen Gelegenheit besonders achten müssen und können unsere Arbeit darauf ausrichten. Die vorgeschriebenen Rituale helfen uns, geeignete Standplätze zu wählen und mit Extras wie Schwenks und Kamerafahrten zu arbeiten, die sonst wesentlich schwerer und sehr viel aufwendiger umzusetzen sind. Die speziellen Elemente, die zu einer solchen Hochzeit gehören – die Chuppa etwa, ein Baldachin aus Samt und Seide, oder der goldene Hochzeitsbecher bringen stilvolle Elemente mit ein, die sich hervorragend in unseren Film integrieren und diesem einen ungewöhnlich ästhetischen und würdevollen Rahmen geben. Ein weiterer Höhepunkt ist die Verlesung des Ehevertrags – auf Aramäisch, der Sprache der Bibel. In ihm werden die Rechte und Pflichten der beiden Ehepartner genau geregelt, er muss in der Anwesenheit von zehn volljährigen und ausschließlich männlichen Trauzeugen besiegelt werden. Niemals fehlen darf natürlich das Zertreten eines Weinglases durch den Bräutigam – ein Akt, der an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem erinnern soll. Hier zeigt sich auch der hohe Symbolgehalt jedes einzelnen Schrittes, ein festgelegter Ablauf, der über Jahrtausende alte Wurzeln verfügt. Geheiratet wird mit Vorliebe unter freiem Himmel – Gott soll ja auch gut zusehen können und bekommt so eine Art Ehrenplatz über den Ehepartnern und ihren Gästen. Das macht uns die Arbeit technisch leichter, handwerklich jedoch mitunter schwerer. Ein judischer Hochzeitsfilm , der nicht alle, aber viele typische Elemente integriert, wurde von uns anlässlich der Trauung von Robert und Karina gedreht. Er gibt einen anschaulichen Eindruck von den vielen Facetten einer solchen Veranstaltung und demonstriert ausgezeichnet die überdurchschnittliche Qualität unserer Arbeit und unserer professionellen Technik.Wir besitzen inzwischen bereits eine jahrelange Erfahrung in unserem Beruf – sowohl jeder Einzelne für sich als auch zusammen als gemeinsames Team. In dieser Zeit haben wir bereits unzählige Menschen aus allen Teilen der Welt bei ihrem Start in die Zweisamkeit dokumentiert, darunter auch viele jüdische. Ein jüdischer Hochzeitsfilm ist deshalb kein Neuland für uns, aber immer ein Anlass zu großer Begeisterung. Sie entfaltet oft eine einzigartige Stimmung und Dynamik, die auch uns mitreißt, ohne unsere professionelle Routine zu beeinträchtigen. Vielmehr bedeutet das Arbeiten in einem solch fröhlichen, aber dennoch respektvollen Umfeld schlicht eine enorme Freude. Auch filmtechnisch sind sie eine besondere Gelegenheit: Die schlichte Eleganz traditioneller Kleidung im Zusammenspiel mit dem kunstvoll gearbeiteten Kleid der Braut lässt immer wieder atemberaubende Bilder entstehen, die uns bei dem anschließenden Schnitt vor die Problematik der gelungenen Auswahl stellt – ein Aspekt, dem wir und in diesem Zusammenhang nur allzu gern stellen.